
Als der Tiger-König kam, sah der Bulle rot. “Red Bull” liegt im Streit um Markenrechte mit der schwedischen Firma “Tigerking AB”. Das kleine Unternehmen aus Göteborg stellt Energy-Drinks unter der Marke “Tiger King” her. Die Form der Brause-Dosen und der Schriftzug mit dem springenden Tiger waren dem Global Player aus Österreich allerdings suspekt: “Zu ähnlich”, urteilten Red Bulls Juristen und verklagte den schwedischen Tiger auf Markenrechtsverletzung. Ein schwerer Vorwurf, der gerade kleinen Startup-Firmen teuer zu stehen kommen kann.
Aber: Der große Konzern verlor gegen den Neuankömmling vor dem Patent- und Markengericht in Stockholm. Das Gericht sah die Klage als nicht gerechtfertigt, weil die Produkte nicht zu verwechseln seien. Die angedrohte Strafe gegen Tigerking von 750.000 Kronen und die Forderung, alle bereits hergestellten “Tiger”-Dosen zu zerstören, waren damit null und nichtig. Stattdessen muss der österreichische Konzern nun die Gerichtskosten tragen.
Der Kampf “David gegen Goliath” wurde auch juristisch höchst unterschiedlich ausgetragen: Hatte Red Bull seine eigenen, hochbezahlten Anwälte ins Rennen geschickt, verteidigte sich Tigerking AB laut “Göteborg Posten” mit zwei Jura-Studenten aus Lund. Die angehenden Anwälte hatten also nicht einmal das Examen in der Tasche, als sie vor dem Patent- und Markengericht antraten. “Ein lehrreicher Prozess”, wird die Jura-Studentin Jenniger Abdulahad von der Zeitung zitiert.