Goldenes Kreuz auf blauem Grund

Mal flattert das strahlend goldgelbe Kreuz auf mittelblauem Grund im Wind, mal hängt es schlaff am Fahnenmast – Schwedens Nationalflagge ist allgegenwärtig, nicht nur zu den offiziellen Hisstagen.

Foto: Tage Olsin, Hofres/ Wikipedia
Foto:Tage Olsin, Hofres/ Wikipedia

In seiner heutigen Form wurde das Staatssymbol 1906 offiziell (wieder) eingeführt. Aussehen und Farben sind seit 1982 im schwedischen Flaggengesetz festgeschrieben. Als Zeichen der Verwandtschaft und Zugehörigkeit der nordischen Staaten- und Völkerfamilie trägt die schwedische Flagge das skandinavische Kreuz, auch als Kreuz des Nordens bezeichnet. Als dessen Ursprung gilt das St. Olafskreuz des dänischen Danebrog, dem Urtyp der nordischen Flaggenwelt.

So ist es naheliegend, auch aufgrund der gemeinsamen Geschichte und zeitweiligen Verbundenheit Schwedens mit Dänemark, dass der um 1200 als Flagge aufkommende Danebrog als Vorbild für die schwedische Flagge diente. Doch wie kam es zu Gelb und blau?

So klar die Farben heute strahlen, so vielfältig die Erklärungen ihrer Herkunft. Die wahrscheinlichste Erklärung findet man im großen beziehungsweise auch kleinen Staatswappen, das bereits 1275 von Magnus Ladulås geschaffen wurde. Beide tragen Gold auf Blau: leuchtende Sonne am blauen Himmel. Seit der Hanse lässt sich die Farbe Blau als Weite des Meeres deuten.

Auch lässt sich das Alter der schwedischen Fahne nicht genau bestimmen. Die ersten Belege stammen aus dem 16. Jahrhundert, Bilder eines gelben Kreuzes auf blauem Tuch.

Zu jener Zeit, im Jahr 1569, soll König Johann III. verfügt haben, dass das gelbe Kreuz auf blauem Grund im schwedischen Feldzeichen geführt werden soll, in Anlehnung an das große Reichswappen. Erste gesicherte Belege des blau-gelben Kreuzbanners stammen aus der Zeit um 1620. Unter Gustav II. Adolf führten Schiffe  dieses Zeichen. 1663 folgte das älteste (bekannte) Flaggengesetz, das eine dreizüngige, für Handelschiffe eine rechteckige Flagge festschrieb.

Nach einer weiteren Theorie geht die schwedische Kreuzflagge auf das 1521 und den Freiheitskämpfer und späteren König Gustav Wasa zurück. So soll die Flagge im Kampf gegen die Dänen entstanden sein, nach dem Vorbild des Danebrog. Auch hier dürften die Farben dem schwedischen Wappen entnommen sein.

Vielleicht findet sich die einleuchtendste Antwort in der Sage. Demnach erschien Erik dem Heiligen um 1157 ein goldenes Kreuz am blauen Himmel. Fortan führte er dieses von Gott gesandte Zeichen als seine Fahne.

Autor(in): Mathias Grohmann – mathias_grohmann@web.de

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