
Das eigene Ferienhaus über die Wintermonate für längere Zeit zu verlassen, kann wehmütig stimmen. Doch der schwedische Winter ist lang und kalt. Um die geliebten 4 Wände vor Frostschäden und ungebetenen Gäste zu schützen ist es wichtig, einige Maßnahmen zu ergreifen. So kannst du sicher sein, im nächsten Frühling keine bösen Überraschungen zu erleben und dein Haus in gewohnter Weise genießen zu können. Hier kommen 6 praktische Tipps, mit denen du dein Ferienhaus sicher durch den Winter bringst.
1. Putze das Haus gründlich
Bevor du dein Ferienhaus für den Winter abschließt, nimm dir ausreichend Zeit um gründlich sauber zu machen. Sauge und wische alle Oberflächen. Lege Tagesdecken oder Schutzhüllen über die Betten und ziehe die Stecker von Haushaltsgeräten. Achte besonders darauf, dass keine Essensreste oder Krümel im Haus liegen bleiben und angebrochene Verpackungen gut verschlossen sind, um kein Ungeziefer anzulocken. Vergiss nicht, den Kühlschrank zu leeren und die Gefriertruhe abzutauen. Lass die Türen beider Geräte geöffnet um Geruchsbildung zu vermeiden. Lüfte das Haus vor dem Abschließen gut durch. Denke daran, sämtliche Mülleimer zu leeren.
2. Stelle das Wasser ab und leere sämtliche Leitungen
Einer der häufigsten und teuersten Winterschäden in schwedischen Ferienhäusern ist ein durch Frost geplatztes Rohr. Um dies zu vermeiden ist es wichtig, den Hauptwasserhahn deines Ferienhauses zuzudrehen. Danach sollte das in den Leitungen befindliche Wasser abgelassen werden. Dazu alle Wasserhähne öffnen, auch den in der Dusche und etwaige Wasserhähne im Außenbereich, um die Leitungen möglichst vollständig zu entleeren. Bitte hier auch an die Waschmaschine und den Warmwasserboiler denken.
Für zusätzlichen Schutz kannst du ein Frostschutzmittel in die Siphons, in Waschmaschine und Geschirrspüler und in die Toilette(n) geben. Eine Isolierung der im Keller befindlichen Wasserleitungen bietet zusätzliche Sicherheit. Alternativ kann eine Rohrbegleitheizung installiert werden.
3. Checke Fenster, Türen und den Außenbereich
Ein leerstehendes Haus kann Einbrecher anziehen. Außerdem können im Garten herumstehende lose Gegenstände bei Sturm erheblichen Schaden verursachen. Sämtliche Türen und Fenster des Ferienhauses sollten daher gut verschlossen sein. Es lohnt sich, dies gegebenenfalls mehrfach zu prüfen. Bei einfach verglasten Fenstern empfiehlt es sich, im Herbst die Winterfenster für eine bessere Isolation einzusetzen, festzuschrauben und die Schlitze mit einem speziellen Tape (in schwedischen Baumärkten erhältlich) zu schließen. Sollte es eine Alarmanlage geben, prüfe diese auf Funktionstüchtigkeit und schalte sie beim Verlassen des Hauses an. Außenmöbel, Grill und andere im Garten befindliche Gegenstände sollten im Haus oder im Schuppen verstaut werden. Überprüfe darüber hinaus Dachrinnen und Dach auf lose Ziegel oder verstopfte Rinnen.
4. Bereite das Wärmesystem vor
Um Frostschäden zu vermeiden, sollte das Ferienhaus im Winter nicht komplett auskühlen. Daher ist es ratsam, die Thermostate der Luftwärmepumpe, der Heizelemente oder der Zentralheizung auf eine angemessene Temperatur einzustellen. Hier am besten auch die Vorgabe der Hausversicherung prüfen. Nicht selten geben Versicherungen eine Mindesttemperatur im Haus vor, um im Schadensfall zu zahlen. Befindet sich ein Kamin oder ein Ofen im Haus ist es ratsam, diesen zu reinigen und den Holzvorrat für die kommende Saison zu checken und gegebenenfalls aufzufüllen.
5. Schütze dein Haus vor Mäusen
Mäuse nähern sich im Herbst und Winter den Häusern auf der Suche nach Nahrung und Schutz vor der Kälte und finden in isolierten Wänden, Dachböden, unter Küchenmöbeln oder in Schubladen ein ideales Zuhause. Mäuse sind in schwedischen Ferienhäusern keine seltenen Gäste. Allerdings hinterlassen sie nicht nur Dreck und Geruch, sondern können Kabel, Dämmmaterialien, Vorräte, Kleidung und Möbel beschädigen. Speziell das Anknabbern von Kabeln kann zu einem Kurzschluss führen, der im schlimmsten Fall sogar das Haus in Brand setzen kann. Außerdem enthält Urin und Kot der Mäuse Krankheitserreger, die auf den Menschen übertragen werden können. Neben dem oben bereits genannten luftdichten Verschließen von Lebensmittelvorräten und der gründlichen Reinigung sämtlicher Flächen ist es ratsam, Kleidung und Bettzeug sowie andere Textilien in geschlossenen Plastikkisten zu lagern und Polstermöbel mit einer Schutzhülle abzudecken. Außerdem sollte man die Zugänge (Spalten an Türen und Fenstern sowie Öffnungen für Kabel, Leitungen und Abflüsse) abdichten. Zusätzlich können spezielle Ultraschallgeräte zur Schädlingsabwehr helfen.
6. Erstelle eine To-Do-Liste für die nächste Saison
Dokumentiere bereits im Herbst, was an Haus und Garten im Laufe der kommenden Saison gemacht werden sollte. Das können verschiedene Dinge sein, vom Batteriewechsel an den Brandmeldern über die Anschaffung neuer Gartengeräte bis hin zum Malern der Holzfassade. Mit einer Liste und einigen vorbereitenden Tätigkeiten im Winter sparst du Zeit und behältst notwendige Maßnahmen im Blick.
Mit ein wenig Planung und einem gründlichen Check schützt du nicht nur dein Eigentum sondern sorgst auch für ein gutes Gefühl – selbst wenn die Wettervorhersage Minusgrade und Schneesturm voraussagt. Und wer weiß: vielleicht verbringst du irgendwann sogar ein paar gemütliche Wintertage im warmen Schwedenhäuschen. Ganz ohne Frostsorgen.
Gastartikel von Wiebke Geib (www.schwedensehnsucht.de)












