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Malmö

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Maritimes Malmö. Foto: Justin Brown/ imagebank.sweden.se
Maritimes Malmö. Foto: Justin Brown/ imagebank.sweden.se

Wer Parks und alte Gebäude liebt, ist in Malmö richtig. Die Stadt hat viel davon zu bieten.

Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall, denn das im äußersten Süden an Schwedens Westküste liegende Malmö hat inzwischen 270 000 Einwohner und ist damit nach Stockholm und Göteborg die drittgrößte Stadt Schwedens.

Als Hauptstadt der Provinz Skåne, Schonen, ist Malmö außerdem ein kulturelles und kommerzielles Zentrum, das ständig weiter wächst. Einen großen Beitrag dazu hat die Eröffnung der Öresundbrücke im Jahr 2000 geleistet, die eine Anfahrt über den Öresund per Bahn oder Auto möglich machte. Malmö bildet damit einen Knotenpunkt zwischen Skandinavien und dem Rest der Welt.

Als Metropolregion ist Malmö neben Kopenhagen eines der Zentren der Öresundregion.

Aber seit wann gibt es Malmö eigentlich? Die ersten Ansiedlungen in der Gegend von Malmö gab es schon 10.000 v. Chr. Die Stadt selbst entstand etwa in den Jahren um 1260 bis– 1275 n. Chr. Kurz danach wurde 1319 der Grundstein für das älteste Gebäude der Stadt, die St. Petri Kirche, gelegt. Das Schloss Malmöhus gibt es seit 1536. Um diese Zeit löste Malmö die Stadt Lund in ihrer Rolle als wichtigste Stadt in Skåne ab. Die günstige Lage an der Küste mit ihren geschützten Ankerplätzen in der Lommabucht machte Malmö im 16 Jahrhundert zu einer blühenden Handelsstadt. Allerdings gehört Malmö erst seit 1658 mit dem Frieden von Roskilde zu Schweden. Vorher zwischen 1318 und 1658 wechselten sich Schweden und Dänen in der Herrschaft über Malmö ab. Die 1775 geschaffene moderne Hafenanlage in Malmö verschaffte der Stadt in der Folgezeit einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt lassen sich viele interessante und spannende Sehenswürdigkeiten entdecken. Außerdem ist die Park- und Kneipendichte in Malmö sehr hoch, sodass Entspannung garantiert ist. Dass ein Kanal die gesamte Altstadt umgibt und Malmö sogar einen Schlosspark hat, macht einen Streifzug besonders reizvoll. Für einen Rundgang bietet sich als Ausgangspunkt der Stortorget an. Dort wird man vom Reiterstandbild Karl X. Gustav begrüßt, unter dessen Herrschaft Skåne zu Schweden kam. Der Stortorget, der große Markt, ist gesäumt von vielen eindrucksvollen Bauwerken und macht somit seinem Namen alle Ehre. Am Platz findet sich auch die Residenset, der Sitz des Regierungspräsidenten. Ganz in der Nähe liegt das Rådhuset, das Rathaus, das 1546 erbaut und danach immer wieder umgebaut worden ist. Ein richtiger Blickfang, den man keinesfalls versäumen sollte, ist der benachbarte Lilla Torg, der den Höhepunkt von Malmös malerischer Fachwerkaltstadt bildet. Dieser „kleine Markt“ lockt außerdem mit vielen umliegenden gemütlichen Cafes und Restaurants, die zum Ausruhen einladen.

Die St. Petri Kirche ist im 14 Jahrhundert nach dem Vorbild der Marienkirche in Lübeck entstanden. Die Kirche gilt als schönstes Beispiel der baltischen Backsteingotik. Vom ältesten Bauwerk Malmös gelangt man leicht zum ältesten Fachwerkhaus der Stadt, dem Thottska huset, das 1558 entstand. Richtig geschichtsträchtige Luft schnuppern kann man am Malmöhus. Man erreicht Malmöhus von der Altstadt aus über die Adelgatan und die Västergatan. Wo heute das Schloss steht, errichtete Erik von Pommern 1434 eine Festung zum Schutz vor den Angriffen der Hanse. Die eroberte allerdings 1370 dennoch den Südwesten. Kristian III errichtete an der gleichen Stelle später ein Schloss mit einem breiten Wassergraben. Das Schloss hat während der Hexenverbrennungen im 16ten Jahrhundert allerlei Unruhen erlebt, diente zwischenzeitlich als Gefängnis und erlitt bei einer Gefangenenrevolte 1870 durch einen Brand schwere Schäden. Heute beherbergt es viele Museen, wie z. B. die Kunstsammlung, das Stadtmuseum und ein naturkundliches Museum.

Auch Shoppingfreunde kommen in Malmö auf ihre Kosten. In den Fußgängerzonen der Skomakaregatan, Södergatan und Baltzarsgatan finden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Wer sich für schwedisches Design interessiert, kann sich im Form Design Center am Hedmanska Gården inspirieren lassen und dort auch gleich einkaufen. Wer lieber das Meeresrauschen hört, als durch die Stadt zu bummeln, kann sich mitten in Malmö einen Strandurlaub gönnen: Am zwei Kilometer langen Sandstrand Ribersborg liegt man im Sommer in der Sonne und im Winter lässt man sich vor dem Bad in der Sauna aufheizen. Alles in allem: Malmö hat für jeden Geschmack etwas zu bieten!

Sehenswürdigkeiten Malmös abseits des Centrums

Die Stadt Malmö bietet vielfältige Möglichkeiten, einen Blick in den kontrastreichen südschwedischen Alltag zu werfen. Wer die innerstädtische Einkaufsmeile, die pittoresken Häuser am Stortorget und Lilla Torg und das trotzige Malmöhus hinter sich gelassen hat und in Richtung Westen zur Küste läuft, gelangt rasch in eines der attraktivsten neuen Wohngebiete Malmös.

Rund um den weltberühmten Turning Torso, dem höchsten Gebäude Nordeuropas mit fast 150 Wohnungen, ist ein Wohnviertel direkt am Öresund entstanden. Wo früher die Arbeiter der Kockumswerft Schiffe bauten, wohnen heute insbesondere junge mittelständische Familien. Badestellen, ein kleiner Hafen und Gastronomie an der Promenade runden das Viertel Västra Hamnen ab.

Die Nähe zur Innenstadt und zum Wasser war bei den Malmöern schon immer begehrt. Südwestlich schließt sich der Stadtteil Ribersborg an. Die Wohnhäuser am Limhamnsvägen wurden zum Teil schon in den 1930er Jahren gebaut. In vielen der großzügigen Wohnungen z. B. in der Ole Hanssonsgatan gibt es auch heute noch ein Dienstmädchenzimmer direkt neben der Küche.
Zwischen Limhamnsvägen und der Küste liegt die großzügigste und beliebteste Grünanlage Malmös: Ribersborgsstranden. Eine Attraktion ist das über 120 Jahre alte Badehaus Ribersborgs Kallbadhus, in dem Generationen von Malmöern das Schwimmen erlernt haben. Heute besuchen rund 160.000 Gäste jährlich das Bad. Zwei Becken, mehrere Saunen, ein Spa-Bereich und ein Restaurant stehen zur Verfügung. Das Bad hat das ganze Jahr über geöffnet: In Malmö gibt es eine treue Fangemeinde von Winterbadenden, die auf die wohltuende Wirkung des 1 – 2 Grad kalten Öresund-Wassers schwören.

Auf den Spuren eines Fußballstars

Doch auch Malmö hat eine andere, weniger betuchte Seite. Im Südosten der Stadt befindet sich der Stadtteil Rosengård. Bei einem Spaziergang durch die zwischen 1967 und 1972 gebaute Großsiedlung kann man kaum glauben, dass man sich in einem der am heftigsten diskutierten Wohnviertel Schwedens befindet. Rund 90 Prozent der Einwohner haben jugoslawische, irakische, libanesische oder andere Wurzeln. Die Arbeitslosigkeit ist außergewöhnlich hoch. Um den Stadtteil ranken sich zahllose Mythen und Gerüchte und viele Malmöer würden nie einen Fuß hineinsetzen. Gerade deshalb lohnt es sich, sich einen eigenen Eindruck von Rosengård zu verschaffen. Der berühmteste Rosengårder ist übrigens ein Fußballer: Weltstar Zlatan Ibrahimovic wuchs hier auf. Auf einem Bolzplatz am Cronmans väg lernte er nach eigenen Angaben das Fußballspielen. Seine Profikarriere startete 2001 wenige Kilometer entfernt im Stadion von Malmö FF.

Weiterführende Links:

 

(Autor: Elisabeth Guggomos / Christoph Sonnenberg-Westeson)

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