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Triakel – schwarz-süße Balladen aus Jämtland

  • 4 min read
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Photo: Karin Alfredsson

Triakel, ein schwedisches Trio aus Jämtland ist zur Zeit auf Deutschlandtournee. Die Gruppe, Emma Härdelin (Geige und Gesang), Kjell-Erik Eriksson (Geige) und Janne Strömstedt (Harmonium) haben sich dem traditionellen Liedgut ihrer nordschwedischen Heimat Jämtland verschrieben, das sie mit großem Einfühlungsvermögen und Freude einem begeisterten Publikum in Bad Honnef präsentierten.

Der Name der Gruppe, er leitet sich von einem süßen, schwarzen Likör ab der in einem schwedischen Dialekt „Triakel“ heißt, ist zugleich Programm. Lieder über Freude, Leid und düstere Taten aus vergangenen Zeiten wurden von Emma in gefühlvoller Weise mit ausdrucksstarker Stimme vorgetragen, begleitet vom Harmonium und der Violine, gespielt von Kjell-Erik Eriksson.

Die schlichte instrumentale Besetzung macht den besonderen Reiz aus. Sie lässt Raum, sich in der Phantasie in die alten Zeiten hinein zu versetzen, mit zu leiden, zu feiern und sich zu freuen. Die Freude an der Musik ist der Gruppe während des gesamten Abends anzumerken. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre in dem überfüllten Saal und auf der kleinen Bühne. Emma, hoch schwanger, moderierte gelassen mit Witz und Charme durch das Programm und auch ohne des Schwedischen mächtig zu sein, verstanden die Zuhörer wovon die Lieder handeln, denn die Melodien sprechen für sich.

Triakel stellten in diesem Konzert ihre neueste CD „Ulrikas Minne – Visor Från Frostviken“ vor. „Ulrikas Vermächtnis“ bezieht sich auf Ulrika Lindholm (1886 – 1977), die auf einem Hof in Raukasjö,  Frostviken im nördlichen Jämtland aufgewachsen ist.  Der Hof war zur damaligen Zeit eine Anlaufstelle für Reisende, die zu Handelsplätzen nach Norwegen wollten. In der Gaststube kamen die Menschen zum Trinken, Tanzen und Singen zusammen. Ulrikas Vater holte bei diesen Gelegenheiten oft die Geige hervor und begleitete seine Gäste. Auf diese Weise lernte Ulrika unzählige Lieder unterschiedlichster Art kennen wie Scherzlieder, Trinklieder, Liebeslieder und auch geistliche Lieder. Sie sammelte sie und in den 50er und 60er Jahren wurde das schwedische Radio auf sie aufmerksam, nachdem sie an einem Liederwettbewerb teilgenommen hatte. Es folgten Studioaufnahmen und ihr Repertoire von über 300 Liedern wurde archiviert. Dieser Fundus diente der Folkgruppe Triakel als Inspiration zu ihrem 5. Album.

Das Programm dieses Abend war sehr abwechslungsreich und selbst melancholische Lieder wurden mit einem verschmitzten Lächeln und Augenzwinkern vorgetragen. Das Publikum war begeistert und freute sich über mehrere Lieder als Zugabe. Eines davon wurde von Emmas Vater geschrieben.

Nach dem Konzert hatte ich Gelegenheit Kjell-Erik Eriksson einige Fragen zu stellen:

Wie lange habt Ihr an dem neuen Album gearbeitet?

Aufgenommen haben wir es in 3 Tagen aber das Sichten und Anhören von 350 a-capella gesungenen Liedern hat 2 Jahre gedauert. Wir mussten die Lieder ja auch arrangieren.

Schreibt Ihr die Musik manchmal auch selbst?

Bisher ist es uns noch nicht gelungen, vielleicht kommt es noch. Wir orientieren uns an altem Liedmaterial.

Woher nehmt Ihr die Ideen zu Euren Liedern?

Das ist ganz verschieden. Als wir vor 16 Jahren angefangen haben, wollten wir erst einmal sehen,was man mit einem kleinen Orchester machen kann. Es gab schon viel Material. Emmas Vater ist Spielmann, es gibt Volksmusiktreffen, die Tradition haben. Bei diesen Gelegenheiten bekommen wir neue Impuls und in den Archiven finden wir neue Ideen. 1970 hat man alte Leute ihre traditionellen Lieder vorsingen lassen, diese dann archiviert und bearbeitet.

Welches war Euer bisher erfolgreichstes Album?

Das erste Album „Triakel“ war bisher das erfolgreichste Album.

Arbeitet Ihr schon an einem neuen Album?

Wir haben gerade „Ulrikas Minne“ abgeschlossen und bisher noch nicht die Zeit gehabt über was Neues nachzudenken. Aber es wird auf jeden Fall etwas Neues geben.

Seit wann macht Ihr hauptberuflich Musik?

Die Gruppe „Triakel“ besteht seit 16 Jahren. Emma und ich machen aber schon seit mehr als 20 Jahren Musik.

Hat sich Eure Musik seit Eurer Gründung verändert?

Nein, wir hoffen, wir sind besser geworden. Emma spielt jetzt mehr Geige.

Spielt Ihr manchmal auch in einer anderen Besetzung?

Emma spielt noch in der Gruppe Garmarna und ich bei Hoven Droven. Da hat auch Janne mitgespielt. Das ist eine Folkrock-Gruppe und wir haben noch einen Schlagzeuger, Bassisten und Saxophonisten.

Tretet Ihr jedes Jahr in Deutschland auf?

Wir sind schon einige Male in Deutschland gewesen, das letzte Mal vor 5 Jahren.

Wann kommt Ihr wieder?

Nun, jetzt kommt erst einmal das Kind. Wir haben vor, nächstes Jahr wieder zu kommen.

 

Autorin: Diane – dianet@gmx.de

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