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Tjejmilen Erfahrungsbericht

  • 8 min read
Kurz vor dem Abholen der Startnummer
Kurz vor dem Abholen der Startnummer.

Sonntag 31. August 2008, es ist der Tag des 25. „Tjejmilen“ – eine Laufveranstaltung nur für Frauen mit unglaublicher Breitenwirkung!

Um 8.45h stehe ich vor der Danicahallen, um meine Startnummer abzuholen. Vor mir hat sich eine lange Schlange gebildet, denn jede will die erste sein. Um 9.00h werden die Tore geöffnet und dann hat man genau 2 Stunden Zeit, seine Starterlaubnis zu holen.

Zur Begrüßung gab es eine prallvoll gefüllte Tüte mit allerlei Sachen von den Sponsoren, dann kam man auch schon direkt in den Teil der Halle, wo die Nummern ausgegeben wurden. Es war perfekt organisiert und es gab für jeweils 1000 Starter einen gesonderten Bereich. Da ich die Startnummer 27862 hatte, musste ich also zur 27000 hin. Ich war direkt die zweite Abholerin und konnte die Halle schnell wieder verlassen, bevor es richtig voll wurde. Bevor man zum Ausgang kam, musste man allerdings in Ikea-Manier noch durch alle „Abteilungen“ wo geworben und verkauft wurde. Um 11.00h kam ich dann endlich am Gärdet an, wo schon Tausende Läuferinnen auf den Start warteten.

Man wurde freundlich empfangen und bekam erst mal verschiede Getränke und Accessoires angeboten – umsonst natürlich! Kurz vor dem ersten Start setzte plötzlich Regen ein und die Leute krochen sogar unter Werbeschilder um nicht allzu nass zu werden. Nach knapp 10 Minuten kam dann aber wieder die Sonne und das Aufwärmprogramm für Startgruppe 1 begann.

Der Bereich der Startgruppe 9
Der Bereich der Startgruppe 9

Jede Startgruppe hatte ihren eigenen Bereich und ich stand als Starter der Startgruppe 9 ganz hinten. Es sah schon lustig aus, wie die ersten 3000 Läuferinnen im Takt der Musik auf Kommando der „Trainer“ die hoch oben auf einem Podium standen, sich warm gemacht haben. Klatschen, springen, rufen, winken – das alles gehörte dazu. Um punkt 12.00h gingen dann die Profis an den Start.

Im 5 bzw. 10 Minutentakt folgten dann die Gruppen 2-8, bis dann um 13.00h das Band unserer Gruppe gelöst wurde und wir nach vorne zum Start durften. Ich stand in der ersten Reihe und wartete mit den restlichen Läuferinnen auf en Schuss aus der Pistole, vorher gab es dann aber auch für uns eine Runde aufwärmen.

Aufwärmen der Gruppen 3-5 kurz vor dem Start
Aufwärmen der Gruppen 3-5 kurz vor dem Start

13.10h, der Schuss ertönte und alle liefen los. Mein Ziel war es, so schnell wie möglich die ganzen Nordic-Walker hinter mir zu lassen, da ich mich nicht mit irgendwem verheddern wollte. Der erste Kilometer kam mir tierisch lang vor, ich weiß nicht, wie viele Leute ich überholt habe, aber es waren sicherlich einige hundert.

Ab km 1 lief es dann besser, da die ersten schon Schwäche zeigten, weil sie das Rennen zu schnell angegangen sind. Aus der Entfernung sah ich bei km 2 dann den ersten Versorgungsstand mit Wasser. Schnellere Läufer sollten links laufen die langsamen rechts, leider gab es das Wasser nur auf der rechten Seite und somit blockierten Läufer die Teilweise sogar stehen blieben die ein oder andere, die wie ich das Rennen ohne Stop in gleichem Tempo liefen. Aber die „Wasserabnahme“ ist geglückt, denn ein nettes Mädel vom Ordnerteam mit drei Bechern in der Hand, sah mich von weitem schon in schnellem Tempo auf sie zu kommen und sie stellte sich in die Mitte der Strasse, sodass ich den Becher griff ohne das Tempo ändern zu müssen.
Der weitere Weg führte über Schotter und Asphalt und eigentlich erwartete ich bei km 4 den nächsten Versorgungsstand, doch er kam nicht. Ich gab noch mal extra-Speed und überholte Hunderte Läufer die sich total überschätzt hatten. Leider beachteten nicht alle die rechts-links-Regel und somit schrie ich ab und zu „Sorry“ oder „Slow walkers to the right please“. Ich hörte mich zwar selber nicht, da ich meinen MP3-Player voll aufgedreht hatte, aber es hat Wirkung gezeigt, mir wurde der Weg frei gemacht.

Plötzlich setzte wieder Regen ein, obwohl kurioserweise auch gleichzeitig die Sonne schien. Während manche sich unter Bäume stellten und das Rennen unterbrachen, sah ich das Wasser von oben als nette Abkühlung. An km 5 kam dann endlich die Versorgungsstation 2 wo es neben Wasser auch einen Isodrink gab, der mit Salz und Mineralien versetzt war. Ich griff nichts ahnend den Becher, hörte nur wie die Ordnerin irgendwas rief (ich hatte einen Stöpsel aus dem Ohr genommen, bei den VS) und als ich den ersten Teil bei meinem Tempo verschüttete, wusste ich auch warum. Es war eine eklig schmeckende, rosa Brühe, uahhh.

Etwas weiter hinten gab es dann aber wieder Wasser und da griff ich mir 2 Becher. Weiter ging es Richtung Rosendal-Slott wo es kurz vor km 7 eine VS mit Wasser, Bananen und Dextro-Energie gab, die man auch wahrlich brauchte, denn es ging berghoch. Das Bananenstück war so matschig, dass ich mir die Finger an der Hose abwischte, als es getrocknet ist, sah man die halbe Banane an meiner Hose kleben. Naja, ein bisschen Wasser drüber und weg ist es. Bei KM 8,5 ging es dann über die Brücke auf den Strandvägen, wo tausende von Zuschauern einen anfeuerten – geiles Gefühl. Ich hörte zwar nix, aber ab und zu hob ich meinen Tunnelblick auf und sah die Masse.

Das Ziel
Endlich! Das Ziel!

Auf den letzten 1500m war Photomotion vertreten, die von allen Läuferinnen Bilder machten. Es gab immerhin Hinweise, wo sie ungefähr stehen würden, ich hab aber nur zwei entdecken können. Bei KM 9 ging es dann noch mal hoch, und ich motivierte mich noch mal so richtig und gab Gummi. Inzwischen hatte ich sogar schon Läufer aus der Startgruppe 5 überholt und da tauchte vor mir das Ziel auf.

Stöpsel aus den Ohren, letzte Kräfte mobilisieren und ich legte einen Schlussspurt hin, das hätte ich mir vor dem Lauf nie zugetraut. Nach 1.31.22.116 riss ich bei einem lauten „YESSS“ die linke Faust nach oben und überquerte die Ziellinie, wo ich von einer netten Lady die Goldmedaille um den Hals gehängt bekam. Eine andere gab mir eine Flasche Wasser und eine Banane und ich taumelte entkräftet Richtung Käsekuchenstand. Danach musste ich mich erstmal setzen. Angelehnt an ein Absperrgitter, mit geschlossenen Augen wurde ich plötzlich angetippt und gefragt, ob alles okay ist. Augen wieder auf, da stand eine von den vielen Sanitäterinnen.

Mir ging es relativ gut, was mich selbst überraschte und die Lady gab mir nur den Tipp, nicht zu schnell trinken. Das war übrigens reine Routine wie ich später sah. Ich dachte erst, ich sehe so fix und alle aus, aber andere wurden auch gefragt. Als Belohnung gab es dann den Käsekuchen, der mit der Erdbeersoße einfach nur göttlich schmeckte. Als ich nach Minuten wieder aufstehen konnte, lief ich noch einmal über den Platz und bekam allerlei Sachen mit – darunter mein Lieblingsgetränk Lingondryck. Zur Massage kam ich nicht mehr, denn da standen hunderte und das wollte ich mir nicht antun. Außerdem hatte ich dringend eine Dusche nötig und somit ging es auf zur U-Bahn und ab nach Hause.

Ich überglücklich mit Medaille
Ich überglücklich mit Medaille 🙂

Fazit: Es war ein genial organisiertes Rennen, das sehr viel Spaß gemacht hat. Auch wenn sich einige Läuferinnen nicht an die rechts-links-Regel gehalten haben, war die Strecke gut zu laufen. Das Wetter war fantastisch, die Organisation an der Strecke und bei Start und Ziel war mehr als perfekt. Jede Läuferin egal wie schnell oder langsam wurde gleichbehandelt und versorgt.

Es ist ein einzigartiges Rennen, das es wohl nur in Schweden geben kann. Allen Damen, die 10km am Stück laufen können, kann ich dieses Rennen nur empfehlen, es gibt kein schöneres Gefühl als mit Applaus der Zuschauer die Ziellinie zu überqueren! Man muss übrigens noch erwähnen, dass ich kein einziges Mal für dieses Rennen trainiert habe! Eigentlich war ich ein echtes Faultier, dieses Rennen aber hat mich motiviert weiter zu machen und ich werde auf jeden Fall den Tjejmilen 2009 mitlaufen (30.08.2009)!!!

=> Weitere Infos zu „Tjejmilen“

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