Wieder einmal zeigt Schweden, dass die Gleichwertigkeit aller Menschen nicht nur zu den Sonntag-Reden gehört, sondern gelebte Wirklichkeit sein soll. Bei der Wahl zum Europa-Parlament hat die junge Partei “feministiskt initiativ” (FI) einen vielbeachteten Erfolg erzielt und zieht mit einer Kandidatin ins EU-Parlament ein. Mit 5,3 Prozent der Stimmen zählt die FI zwar noch zu den kleinen Parteien, aber ihr gutes Abschneiden aus dem Stand und zweistellige Prozentanteile in den Städten spiegeln die wachsende Sympathie für feministische Politik in der Bevölkerung.
In Brüssel will sich die frisch gewählte FI-Abgeordnete Soraya Post vor allem in Sachen Menschenrechte und Gleichberechtigung engagieren. Es geht ihr nicht allein um die Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft und Arbeitswelt: “FI steht für Vielfalt, darum wollen wir uns auch für die Rechte von Roma, Schwulen und Lesben sowie Behinderten einsetzen. Sie alle sollen bei uns ihren Platz finden”, so Soraya Post.
Post gehört selbst der Volksgruppe der Roma an, die in der Vergangenheit in Schweden heftig diskriminiert wurde. Als Kind wurde Soraya Post zur “Sinnesuntersuchung” geschickt, bevor sie die Schule besuchen durfte. In ihrer Familie ist es zu Zwangssterilisierungen gekommen.
Die Vorsitzende der schwedischen FI, Gudrun Schyman, widmet sich nach dem Erfolg ihrer Partei nun mit voller Kraft dem Wahlkampf im Vorfeld der großen Parlamentswahl am 14. September. Ein Erfolg für die FI auch auf “Riksdag”-Ebene wird nun beinahe erwartet.
Und so hat Schweden in der EU-Wahl am 25. Mai 2014 gewählt: